Wie halten Sie es eigentlich mit der Auferstehung?

Liebe Leserinnen und Leser,
wie halten Sie es eigentlich mit der Auferstehung? Nehmen Sie sie als gegeben hin? Oder reiben Sie sich manchmal daran? Hätte es sie wirklich gebraucht? Und was bedeutet die Auferstehung Jesu Christi letztlich für mich ganz persönlich in meinem Leben hier und heute – mitten in der größten Krise, die ich bisher erlebt habe? Die Fastenzeit ist vorbei. Das Osterfest liegt schon wieder eine Woche hinter uns. Wir Christen haben die Auferstehung Jesu zum zweiten Mal nur im kleinen Rahmen gefeiert. Und dennoch: Der Tod behält nicht das letzte Wort, das Leben ist stärker! Schauen wir uns um: Überall grünt und blüht es, rings um uns herum bricht sich das Leben Bahn. Aber was heißt Auferstehung jetzt für mich? Ich möchte doch etwas in der Hand haben! Etwas, das mir ganz konkret hilft in dieser Zeit. Ich möchte meine Zuversicht behalten und habe gleichzeitig Angst, dass mir in dieser „Corona‐Krise“ irgendwann die Luft ausgehen könnte... Vielleicht hilft es mir ja, wenn ich die Auferstehung nicht gleich „so hoch hänge“. Vielleicht muss es ja nicht sofort die Auferstehung vom Tod zum Leben sein. Vielleicht gibt es auch „kleine Auferstehungen“? Kleine, eigene Siege über meine lähmende Gleichgültigkeit, meine Unentschlossenheit, meine Zweifel, meine Angst? Kleine Freuden, die mir den Tag unverhofft ein bisschen heller machen? Kleine Glücksmomente? Momente, in denen plötzlich das Leben einfach schön ist.  Wenn ich z.B. höre, dass bei einem Freund die Krebstherapie geholfen hat. Oder wenn es an der Haustür klingelt und eine Nachbarin steht mit einem selbstgebackenen Hefezopf zu Ostern vor der Tür. Oder ein „wir sind wieder Freunde“ nach einem Streit und der schwer gefallenen Entschuldigung. Der Anruf eines lieben Menschen, den ich schon lange nicht mehr gesprochen hatte. Wahrscheinlich fallen ihnen andere Beispiele ein. Wo haben Sie kleine „Alltags‐Auferstehungen“ erlebt? Erlösende Momente, kleine Siege des Lebens? Momente, in denen alles plötzlich leicht und hell ist? Vielleicht ist es eine Idee, immer mal wieder in einer ruhigen Minute darüber nachzudenken? Ostern ist das Fest der Auferstehung. Im Großen und im Kleinen. Das Leben siegt über den Tod, die Liebe siegt über die Angst. Ich wünsche uns allen immer wieder kleine „Alltags‐Auferstehungs‐Momente“.

                                                              Ihr Pfarrer Detlef Belter